Schwerpunkte
15.05.2018 (Alter: 66 Tage )

Die Ergebnisse des ersten Projektkurses MINT am Besselgymnasium werden präsentiert

Am Donnerstag, 3. Mai 2018, stellen die Schüler des ersten Projektkurses MINT am Besselgymnasium ihre Ergebnisse vor

 

In vier kurzen, aber eindrucksvollen und aussagekräftigen Präsentationen gelingt es den beteiligten Schülern, ihre Projekte vor einer Gruppe von etwa 30 Personen spannend und fesselnd darzustellen. In den zwei Stunden ist es zu keinem Zeitpunkt langweilig. Die Projekte sind sehr unterschiedlich, haben aber alle mit mindestens einem MINT-Fach (Mathematik oder Informatik oder Physik oder Technik) zu tun. Darüber hinaus sind  sie fächerübergreifend, zum Teil auch über die MINT-Fächer hinausgehend.

In seinem Vortrag über die "Entstehung der besonderen Landschaft an der Porta Westfalica, insbesondere Beschreibung und Bewertung verschiedener Theorien zum Weserdurchbruch." schafft es Daniel Makschakov sehr gut, die Fächer Geophysik mit der Geographie und der Geschichte zu verbinden. Diesen Vortrag hatte Daniel vor ein paar Wochen schon einmal vor der Gruppe der Natur- und Landschaftsführer im Bürgerhaus in Porta Westfalica gezeigt und erhielt auch in diesem Zusammenhang viel Lob.

Die Schüler Jon Jürgens und Sven Reifschläger referieren über ihr Projekt "Entwicklung, Implementation und Anwendung eines HomeNode-Systems." Dabei entwickelten Sie ein getestes System zur Steuerung zahlreicher Funktionen etwa in Einfamilenhäuser mittels einer Smartphone-App. Besonderes Augenmerk legen Sie dabei auf eine einfache Bedieneroberfläche und einen modularen Aufbau, der besonders gut für ältere Häuser geeignet ist. Ihr Konzept kommt ohne viele zusätzliche Leitungen aus und ist außerdem sehr preiswert. Interesse an diesem zu 100% selbst entwickelten System haben schon verschiedene Eigenheimbesitzer, den Bismarckbund und den Verein Bürgerhaus Porta e.V. in Porta Westfalica gezeigt.

Christoph Raitzig entwickelte eine Plakatserie zu dem Thema "Einblicke in das Leben und in die mathematische Leistung von Friedrich Wilhelm Bessel, geb. 1784 in Minden". Neben einer ausführlichen Darstellung des historischen Bessels mit den Stationen in Minden, Bremen und Königsberg, hat sich Christoph mit einem Teil der mathematischen Leistungen Bessels befasst. Dabei geht es um die Besselsche Diffentialgleichung und die Besselfunktionen. Diese Teile der Mathematik werden erst in einer fortgeschritten Phase des Mathematikstudiums behandelt, sind außerordentlich kompliziert und gehen weit über die Schulmathematik hinaus. Besselfunktionen kommen auch heute noch bei der Modellierung spezieller Probleme der Quantenphysik und der Übertragung von Signalen in Glasfasern zum Tragen, wie Christoph sachkundig und engagiert ausführt.

Julius Engel und Marc Mogdanz stellen ihr Projekt "Entwicklung, Implementation und Vermarktung einer Smartphone-Software für Eventmanagement." vor. Eine zentrale Komponente dieses Projektes ist die Entwicklung eines Smartphone-gesteuerten automatischen Bezahlsystems, das etwa in Diskotheken verwendet werden könnte. Neben der Implementation passender Apps für Android und Apple liegt der Hauptteil der Leistung in der Implementation des Backgrounds, den niemand sieht, der aber für das Funktionieren eines derartigen Systems von zentraler Bedeutung ist. Dazu muss man Kompetenzen haben in der praktischen Arbeit mit Linux-Servern, virtuellen Servern in Serverfarmen, Datenbanken, Verschlüsselungen und vieles mehr. Einen besonderen Schwerpunkt legen die beiden auf den Datenschutz. In ihrem Verschlüsselungs-Konzept ist sichergestellt, dass keine persönlichen Daten abgegriffen werden können, jedenfalls nicht mit den heute bekannten Techniken.

Die Veranstaltung wird von dem Schulleiter des Besselgymnasium, Herrn OStD Uwe Voelzke, eröffnet. Zuhörer sind neben zahlreichen weiteren Lehrerinnen und Lehrern des Besselgymnasiums vor allem die Schülerinnen und Schüler des aktuellen Projektkurses in der Stufe Q1.

Projektkurse zählen für die Abiturnoten wie 2 Grundkurse. Man kann also im günstigsten Fall 30 Punkte erhalten, die dann möglicherweise den Schnitt des Abiturs verbessern. Allerdings muss dafür sehr viel geleistet werden. Die Arbeit muss aussagekräftig  dokumentiert werden in einer umfangreichen Facharbeit. Dabei müssen auch formal die typischen Regeln einer wissenschaftlichen Arbeit eingehalten werden, z. B. die Quellenangabe.  Am Ende stehen immer Produkte. Das kann Software sein (eine Smartphone-App), das kann Hardware sein (mehrere funktionierende Platinen), das kann eine Plakatserie sein oder auch ein Vortrag.

Die beteiligten Schüler dieses Kurses in der Q2 haben seit dem letzten August viele Stunden an ihren Projekten gearbeitet, zum überwiegenden Teil selbstständig. Und die Arbeit ist noch nicht zu Ende. Sowohl Jon und Sven sowie auch Julius und Marc werden versuchen, in so genannten Start-Ups ihre Produkte professionell zu vermarkten. Daniel wird seinen Vortrag sicher noch einmal halten dürfen und die Plakate von Christoph über Bessel sollen einer breiten Öffentlichkeit in Minden präsentiert werden. Der Projektkurs wurde geleitet von dem ehemaligen Lehrer am Besselgymnasium, Herrn Dipl. Math. Heinz Rademacher, StD i. R..