Schwerpunkte
10.08.2015 (Alter: 7 Jahre)

Silber und Bronze für Mindener Ruderer in Rio

Eine Silber- und eine Bronzemedaille und viele tolle Erfahrungen werden Bea Bliemel und Philipp Baumgard vom Bessel-Ruder-Club (BRC) von den diesjährigen U19-Weltmeisterschaften im Rudern mitbringen, wenn sie von Rio de Janeiro ans Wasserstraßenkreuz zurückkehren. Die diesjährige Veranstaltung diente auf der Regattastrecke Lagoa Rodrigo de Freitas als Generalprobe für die olympische Regatta im kommenden Jahr.

Die 17-jährige Bea Bliemel startete zusammen mit Paula Vosgerau (Lübeck), Charlotte Zeiz (Hamburg) und Leah Labudde (Greifswald) nach dem Vorlaufsieg auf der Bahn 3 in das Finalrennen über die 2000-Meter-Distanz. Bootstrainer Ralf Wenzel aus Essen hatte die US-Amerikanerinnen als stärkste Gegner ausgemacht und diese Prognose sollte sich im Laufe des Finales auch bewahrheiten. Die US-Girls erwischten den etwas besseren Start und legten sich auf den ersten 500 Metern mit etwa einer halben Bootslänge in Führung. Bis zur Streckenhälfte lag das amerikanische Team dann etwa 2,5 Sekunden vor dem deutschen Boot. „Wir haben dann alles probiert, um die Amerikanerinnen wieder einzufangen und sind mehrere Zwischenspurts gefahren“, berichtete die Schülerin der NRW-Sportschule Besselgymnasium. Auf den letzten 200 Metern schoben sich die Boote dann wieder deutlich näher zusammen. Am Ende reichten dem US-Team 1,15 Sekunden zum Sieg. Dahinter hatte sich zu den drittplatzierten Neuseeländerinnen eine große Lücke aufgetan. „10 Sekunden zu den folgenden Mannschaften sind im Juniorenrudern eine Welt. Das unterstreicht das unheimlich hohe Niveau an der Spitze“, so die abschließende Analyse von Bootstrainer Wenzel. Entsprechend freute sich Bea Bliemel auch über die Silbermedaille: „Unser Rennen war sehr gut, die Amerikanerinnen waren ein bisschen stärker. Ich bin aber total happy mit der Silbermedaille!“

Wenige Minuten nach der Siegerehrung von Bea Bliemel lag dann Philipp Baumgard als Steuermann des „kleinen“ Deutschlandachters am Start. Die Mannschaft des 18-jährigen Mindeners musste am Morgen des Renntages noch einen Schock überstehen. Der etatmäßige Co-Schlagmann Alexander Vollmer aus Hamburg musste aus medizinischen Gründen gegen den Ersatzmann Lars Höpken (Lübeck) ausgetauscht werden. „Dies war natürlich ein erheblicher Nachteil für unser Boot, da wir in dieser Kombination noch nie zuvor zusammen gerudert waren“, so Philipp Baumgard. Dem deutschen Achter gelang auf der Bahn 4 rudernd trotzdem ein schneller Start. An der 500-Meter-Marke lag man gleichauf mit den Briten nur wenige Zehntel hinter dem US-Boot auf Rang 2. In einem extrem spannenden Rennen setzten sich dann auch die Boote aus Italien und den Niederlanden an die Spitze des Feldes. Der „kleine“ Deutschlandachter hielt aber bei jeder Zwischenzeit eine Position unter den ersten drei Booten. Im Ziel hatte der niederländische Achter einen Vorsprung von etwa einer halben Länge vor dem Feld. Im Abstand von jeweils knapp 4 Zehntelsekunden fuhren dann die US-Boys vor dem deutschen Boot und den Italienern über die Ziellinie. Bei der Siegerehrung waren die Mienen der deutschen Ruderer zunächst noch verhalten, hatte man in der Originalbesetzung die Niederländer im Vorlauf noch deutlich geschlagen. Doch nach einigen Minuten überwog dann der Stolz über die eigene Leistung unter widrigen Bedingungen. „Das Rennen war sehr eng und ich bin wirklich froh, dass die Mannschaft die Bronzemedaille ins Ziel gerettet hat“, gab ein glücklicher Philipp Baumgard zu Protokoll.

Überglücklich ob der zwei Medaillen war dann auch der BRC-Vorsitzende Axel Gaul, der die Rennen über das Internet in der Heimat verfolgt hatte: „Zwei WM-Medaillen in einem Jahr sind eine Premiere für unseren Verein. Ich freue mich unheimlich für Bea und Philipp und gratuliere ihnen zu diesen tollen Leistungen. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland werden wir dies mit unseren Clubmitgliedern, Förderern und Eltern noch einmal ordentlich feiern“.